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Seit 130 Jahren: Kampf für die Rechte von Arbeitenden am 1. Mai!

Am 14. Juli 1889 beschlossen Delegierte sozialistischer Parteien und Gewerkschaften bei einem internationalen Kongress anlässlich des 100. Jubiläums des Sturms auf die Bastille, am 1. Mai des kommenden Jahres 1890 international Streiks und Kundgebungen zu organisieren. In deren Zentrum sollte eine wichtige Forderung stehen: Die Einführung des 8-Stunden-Tags.

Die Entscheidung für den 1. Mai beruhte auf bereits für diesen Tag geplante Aktionen der amerikanischen Arbeiterbewegung. Diese kämpfte seit Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs für den 8-Stunden-Tag. Am 1. Mai 1886 hatten dafür in den USA rund 400.000 Beschäftigte aus rund 11.000 Betrieben gestreikt – und ihn im Zuge dessen zumindest für einen Teil der Arbeiter*innenschaft durchgesetzt.

Überschattet wurde der historische Vorläufer des Arbeiterkampftags durch die Vorfälle am Chicagoer Haymarket Square. Auch hier hatten Arbeiterverbände und Gewerkschaften am 1. Mai 1886 zu einer Kundgebung für den 8-Stunden-Tag und gegen Polizeimorde an politisch aktiven Arbeiter*innen aufgerufen. Aber ein Bombenanschlag Unbekannter während des Protests wurde im Folgenden instrumentalisiert, um die gesamte Arbeiterbewegung und ihre Forderungen zu diskreditieren und kriminalisieren.

Das konnte den Kampf für den 8-Stunden-Tag jedoch nicht stoppen. Und so wurde der 1. Mai 1890 auf Vorschlag des amerikanischen Arbeiterbundes zum internationalen Arbeiterkampftag. In Deutschland wurde der 8-Stunden-Tag allerdings erst Jahre später eingeführt – nämlich 1918 als Folge der Novemberrevolution.

Im Jahr 2020 ist der hart erkämpfte 8-Stunden-Tag wieder bedroht. Im Zuge der Corona-Pandemie wurden 12-Stunden-Schichten wieder erlaubt. Vorerst befristet bis Ende Juni 2020 können nicht nur Krankenpflegepersonal und Polizei, sondern beispielsweise auch Erntehelfer*innen bis zu 12 Stunden am Tag zur Arbeit herangezogen werden. Mit dem fragwürdigen Argument der „Versorgungssicherheit“ werden diese unerträglich lange Arbeitszeit möglich gemacht. Nicht nur an dieser Stelle wird die Corona-Krise missbraucht, um Schutzvorschriften der Beschäftigten auszuhebeln. Diese Regelungen gilt es, schleunigst wieder abzuschaffen.

Als Fraktion DIE LINKE Neukölln setzen wir uns weiter für die Rechte von Beschäftigten ein und wünschen euch einen kämpferischen 1. Mai – ob zu Hause oder auf der Straße!


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Seit 130 Jahren: Kampf für die Rechte von Arbeitenden am 1. Mai!

Am 14. Juli 1889 beschlossen Delegierte sozialistischer Parteien und Gewerkschaften bei einem internationalen Kongress anlässlich des 100. Jubiläums des Sturms auf die Bastille, am 1. Mai des kommenden Jahres 1890 international Streiks und Kundgebungen zu organisieren. In deren Zentrum sollte eine wichtige Forderung stehen: Die Einführung des 8-Stunden-Tags.

Die Entscheidung für den 1. Mai beruhte auf bereits für diesen Tag geplante Aktionen der amerikanischen Arbeiterbewegung. Diese kämpfte seit Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs für den 8-Stunden-Tag. Am 1. Mai 1886 hatten dafür in den USA rund 400.000 Beschäftigte aus rund 11.000 Betrieben gestreikt – und ihn im Zuge dessen zumindest für einen Teil der Arbeiter*innenschaft durchgesetzt.

Überschattet wurde der historische Vorläufer des Arbeiterkampftags durch die Vorfälle am Chicagoer Haymarket Square. Auch hier hatten Arbeiterverbände und Gewerkschaften am 1. Mai 1886 zu einer Kundgebung für den 8-Stunden-Tag und gegen Polizeimorde an politisch aktiven Arbeiter*innen aufgerufen. Aber ein Bombenanschlag Unbekannter während des Protests wurde im Folgenden instrumentalisiert, um die gesamte Arbeiterbewegung und ihre Forderungen zu diskreditieren und kriminalisieren.

Das konnte den Kampf für den 8-Stunden-Tag jedoch nicht stoppen. Und so wurde der 1. Mai 1890 auf Vorschlag des amerikanischen Arbeiterbundes zum internationalen Arbeiterkampftag. In Deutschland wurde der 8-Stunden-Tag allerdings erst Jahre später eingeführt – nämlich 1918 als Folge der Novemberrevolution.

Im Jahr 2020 ist der hart erkämpfte 8-Stunden-Tag wieder bedroht. Im Zuge der Corona-Pandemie wurden 12-Stunden-Schichten wieder erlaubt. Vorerst befristet bis Ende Juni 2020 können nicht nur Krankenpflegepersonal und Polizei, sondern beispielsweise auch Erntehelfer*innen bis zu 12 Stunden am Tag zur Arbeit herangezogen werden. Mit dem fragwürdigen Argument der „Versorgungssicherheit“ werden diese unerträglich lange Arbeitszeit möglich gemacht. Nicht nur an dieser Stelle wird die Corona-Krise missbraucht, um Schutzvorschriften der Beschäftigten auszuhebeln. Diese Regelungen gilt es, schleunigst wieder abzuschaffen.

Als Fraktion DIE LINKE Neukölln setzen wir uns weiter für die Rechte von Beschäftigten ein und wünschen euch einen kämpferischen 1. Mai – ob zu Hause oder auf der Straße!