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Fraktion DIE LINKE. in der BVV Neukölln

100 Jahre Novemberrevolution in Neukölln

Um die Neuköllner revolutionären Ereignisse von 1918/19 und das Vermächtnis der Revolution ging es am 21. September in der Aula des Ernst-Abbe-Gymnasiums. Auf Einladung der Fraktion DIE LINKE. in der BVV Neukölln diskutierten Historiker Henning Holsten und Rechtsanwalt Benedikt Hopmann (Initiative Unvollendete Revolution, VVN-BdA) mit interessierten Neuköllner*innen über die Umstürze und politischen Forderungen der Novemberrevolution.

Für die Veranstaltung hatten wir einen historischen Ort gewählt: Das Gebäude der heutigen Ernst-Abbe-Schule war die letzte Station der Arbeiter und Soldaten, die am 9. November 1918 das Neuköllner Polizeipräsidium übernahmen, dort die politischen Gefangenen befreiten und im Anschluss im Neuköllner Rathaus den Arbeiter- und Soldatenrat gründeten.

Bereits in den 1920ern wurde in dieser Schule, die damals noch Karl-Marx-Schule hieß, Reformpädagogik praktiziert. Hier holte sich auch Bertolt Brecht für seinen “Jasager” das Feedback der Schüler*innen. 1933 beendeten die Nazis das reformerische Schulprojekt.

Henning Holsten erzählte von einem proletarischen Neukölln, das schon seit jeher als rebellisch galt. Im Laufe der Revolution mutierte es mit seinem radikalen Arbeiter- und Soldatenrat zum Schreckgespenst des Bürgertums und zum Vorbild der Revolution. Wir hörten , wie Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht die Neuköllner Passagen füllten, wie sich die Urlauber und Deserteure, die im November 1918 gewaltlos Polizeipräsidium und Rathaus stürmten, sich im Karlsgarten trafen, und vom Neuköllner Klempner Emil Barth, der sich vom Anarchisten zum Sozialdemokraten und revolutionären Obmann mauserte. Es ging um Neuköllner Frauen wie Marie Juchacz, die erste Frau, die vor der deutschen Nationalversammlung sprach und Luise Zietz, die den ersten Internationalen Frauenkampftag in Deutschland organisierte.

Benedikt Hoffmann stellte im Anschluss die Initiative 100 Jahre Unvollendete Revolution vor. Den Aktiven geht es darum, die Novemberrevolution als Schlüsselereignis deutscher Geschichte im kollektiven Gedächtnis zu verankern und auch das Andenken derer zu ehren, die für Frieden und Demokratisierung kämpften und bei der blutigen Niederschlagung der Revolution starben.

Die Fraktion DIE LINKE. setzt sich in der Neuköllner BVV dafür ein, der Revolution von 1918 in Neukölln öffentlich zu gedenken – eine Revolution, aus der die Abschaffung der Monarchie, das Frauenwahlrecht, und das in der Verfassung garantierte Recht auf Gewerkschaften & Betriebsräte hervorgingen. Eine Revolution bei der Tausende von Menschen für Frieden und Freiheit auf die Straße gingen – und deren radikalere Forderungen der Demokratisierung der Wirtschaft bis heute unerfüllt bleiben. Hier geht es zum Antrag.


Aktuelle Termine


Fraktion DIE LINKE. in der BVV Neukölln

100 Jahre Novemberrevolution in Neukölln

Um die Neuköllner revolutionären Ereignisse von 1918/19 und das Vermächtnis der Revolution ging es am 21. September in der Aula des Ernst-Abbe-Gymnasiums. Auf Einladung der Fraktion DIE LINKE. in der BVV Neukölln diskutierten Historiker Henning Holsten und Rechtsanwalt Benedikt Hopmann (Initiative Unvollendete Revolution, VVN-BdA) mit interessierten Neuköllner*innen über die Umstürze und politischen Forderungen der Novemberrevolution.

Für die Veranstaltung hatten wir einen historischen Ort gewählt: Das Gebäude der heutigen Ernst-Abbe-Schule war die letzte Station der Arbeiter und Soldaten, die am 9. November 1918 das Neuköllner Polizeipräsidium übernahmen, dort die politischen Gefangenen befreiten und im Anschluss im Neuköllner Rathaus den Arbeiter- und Soldatenrat gründeten.

Bereits in den 1920ern wurde in dieser Schule, die damals noch Karl-Marx-Schule hieß, Reformpädagogik praktiziert. Hier holte sich auch Bertolt Brecht für seinen “Jasager” das Feedback der Schüler*innen. 1933 beendeten die Nazis das reformerische Schulprojekt.

Henning Holsten erzählte von einem proletarischen Neukölln, das schon seit jeher als rebellisch galt. Im Laufe der Revolution mutierte es mit seinem radikalen Arbeiter- und Soldatenrat zum Schreckgespenst des Bürgertums und zum Vorbild der Revolution. Wir hörten , wie Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht die Neuköllner Passagen füllten, wie sich die Urlauber und Deserteure, die im November 1918 gewaltlos Polizeipräsidium und Rathaus stürmten, sich im Karlsgarten trafen, und vom Neuköllner Klempner Emil Barth, der sich vom Anarchisten zum Sozialdemokraten und revolutionären Obmann mauserte. Es ging um Neuköllner Frauen wie Marie Juchacz, die erste Frau, die vor der deutschen Nationalversammlung sprach und Luise Zietz, die den ersten Internationalen Frauenkampftag in Deutschland organisierte.

Benedikt Hoffmann stellte im Anschluss die Initiative 100 Jahre Unvollendete Revolution vor. Den Aktiven geht es darum, die Novemberrevolution als Schlüsselereignis deutscher Geschichte im kollektiven Gedächtnis zu verankern und auch das Andenken derer zu ehren, die für Frieden und Demokratisierung kämpften und bei der blutigen Niederschlagung der Revolution starben.

Die Fraktion DIE LINKE. setzt sich in der Neuköllner BVV dafür ein, der Revolution von 1918 in Neukölln öffentlich zu gedenken – eine Revolution, aus der die Abschaffung der Monarchie, das Frauenwahlrecht, und das in der Verfassung garantierte Recht auf Gewerkschaften & Betriebsräte hervorgingen. Eine Revolution bei der Tausende von Menschen für Frieden und Freiheit auf die Straße gingen – und deren radikalere Forderungen der Demokratisierung der Wirtschaft bis heute unerfüllt bleiben. Hier geht es zum Antrag.