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V.r.n.l. Klaus Lederer, Petra Kubicki, Karin Korte, Jürgen Schulte, Claudia von Gelieu

Bibliothek in Britz nach der antifaschistischen Künstlerin Margarete Kubicka benannt

In einem Festakt wurde die Bibliothek Britz-Süd in „Margarete Kubicka Bibliothek" benannt. Die Namensgebung erfolgte auf Vorschlag der Anwohner*inneninitiative „Hufeisern gegen Rechts" und dem Netzwerk „Frauen in Neukölln". Die Fraktion DIE LINKE in der BVV Neukölln hatte den Vorschlag aufgegriffen und beantragte die Benennung der Bibliothek in der Gutschmidtstraße nach Kubicka (Drs. Nr. 1558/XIX). In einem gemeinsamen Antrag von LINKEN, Grünen und SPD wurde die Benennung der drei Neuköllner Stadtteilbibliotheken nach bedeutenden Frauen beschlossen (Drs. Nr. 1476/XX). Die Bibliotheken in Rudow und Gropiusstadt sollen noch nach Gertrud Scholz und Gertrud Junge benannt werden.

Kultursenator Klaus Lederer (DIE LINKE) mahnte auf dem Festakt in seinem Grußwort, wie wichtig antifaschistische Arbeit angesichts der Neuköllner Anschlagsserie von Rechts auch heute ist. Jürgen Schulte von der Initiative „Hufeisern gegen Rechts" berichtete über den langen Weg seit 2015 bis zum Ziel der Benennung nach Magarete Kubicka und übergab der Bibliothek ein Selbstportrait der Künstlerin sowie ein Portraits ihres Mannes Stanislav Kubicka.

Margarete Kubicka ist 1891 in Berlin geboren. 1911 bis 1913 besuchte sie das Lehrerinnenseminar an der Königlichen Kunstschule zu Berlin, um Zeichenlehrerin an einem Lyceum zu werden. Sie heiratete 1916 den polnisch-deutschen Künstler Stanislaw Kubicki. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.

Während des Ersten Weltkriegs war Kubicka kurze Zeit Mitglied des Spartakusbundes. Nach dem Krieg verlor Sie ihre Anstellung als Lehrerin und musste sich und ihre Familie mit Vertretungsstunden über Wasser halten.

Nachdem Sie Mitte der zwanziger Jahre wieder eine Stelle als Kunsterzieherin am Kaiser-Friedrich-Realgymnasium in Neukölln erhielt, zog die Familie 1927 in die Onkel-Bräsig-Straße 46 in der Hufeisensiedlung.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Kubicka nach Tempelhof strafversetzt, konnte aber weiter als Lehrerin arbeiten. 1934 half sie Zenzl Mühsam bei der Flucht aus Deutschland. Nach der Flucht ihres Mannes nach Polen musste sie sich zum Schutz vor weiterer politischen Verfolgungen scheiden lassen, aber unterstützte ihren Mann weiter finanziell.

Stanislav Kubicka wurde 1943 als polnischer Widerstandskämpfer von den Nazis ermordet. Margarete Kubicka leiste aktiv Wiederstand und half während des Krieges polnischen Zwangsarbeiter mit Lebensmittel und Informationen, die in der Hufeisensiedlung arbeiteten und in einem Lager in der Onkel-Bräsig-Str. 3 untergebracht waren.

Nach Ende des der Kämpfe um Berlin wurde sie von der sowjetischen Militäradministration als erste Neuköllner Schulstadträtin eingesetzt. Wechselte aber schnell wieder an die Schule und arbeitete bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 1956 als Lehrerin. Sie starb am 18. Juli 1984 in Berlin.

Künstlerich vertrat Kubicka eine progressive und engagierte Richtung. Beim Kongress der Union Internationaler Fortschrittlicher Künstler 1922 in Düsseldorf protestierten sie gegen den dort vertretenen politisch seichten Kunstbetrieb und organisierte im selben Jahr die Internationale Arbeiterkunstausstellung Berlin. Sie war Mitglied der deutsch-polnischen Expressionisten-Gruppe „Bunt" und der Künstlervereinigung „Kommune" sowie Mitglied der „Gruppe progressiver Künstler".

 


Aktuelle Termine

V.r.n.l. Klaus Lederer, Petra Kubicki, Karin Korte, Jürgen Schulte, Claudia von Gelieu

Bibliothek in Britz nach der antifaschistischen Künstlerin Margarete Kubicka benannt

In einem Festakt wurde die Bibliothek Britz-Süd in „Margarete Kubicka Bibliothek" benannt. Die Namensgebung erfolgte auf Vorschlag der Anwohner*inneninitiative „Hufeisern gegen Rechts" und dem Netzwerk „Frauen in Neukölln". Die Fraktion DIE LINKE in der BVV Neukölln hatte den Vorschlag aufgegriffen und beantragte die Benennung der Bibliothek in der Gutschmidtstraße nach Kubicka (Drs. Nr. 1558/XIX). In einem gemeinsamen Antrag von LINKEN, Grünen und SPD wurde die Benennung der drei Neuköllner Stadtteilbibliotheken nach bedeutenden Frauen beschlossen (Drs. Nr. 1476/XX). Die Bibliotheken in Rudow und Gropiusstadt sollen noch nach Gertrud Scholz und Gertrud Junge benannt werden.

Kultursenator Klaus Lederer (DIE LINKE) mahnte auf dem Festakt in seinem Grußwort, wie wichtig antifaschistische Arbeit angesichts der Neuköllner Anschlagsserie von Rechts auch heute ist. Jürgen Schulte von der Initiative „Hufeisern gegen Rechts" berichtete über den langen Weg seit 2015 bis zum Ziel der Benennung nach Magarete Kubicka und übergab der Bibliothek ein Selbstportrait der Künstlerin sowie ein Portraits ihres Mannes Stanislav Kubicka.

Margarete Kubicka ist 1891 in Berlin geboren. 1911 bis 1913 besuchte sie das Lehrerinnenseminar an der Königlichen Kunstschule zu Berlin, um Zeichenlehrerin an einem Lyceum zu werden. Sie heiratete 1916 den polnisch-deutschen Künstler Stanislaw Kubicki. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.

Während des Ersten Weltkriegs war Kubicka kurze Zeit Mitglied des Spartakusbundes. Nach dem Krieg verlor Sie ihre Anstellung als Lehrerin und musste sich und ihre Familie mit Vertretungsstunden über Wasser halten.

Nachdem Sie Mitte der zwanziger Jahre wieder eine Stelle als Kunsterzieherin am Kaiser-Friedrich-Realgymnasium in Neukölln erhielt, zog die Familie 1927 in die Onkel-Bräsig-Straße 46 in der Hufeisensiedlung.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Kubicka nach Tempelhof strafversetzt, konnte aber weiter als Lehrerin arbeiten. 1934 half sie Zenzl Mühsam bei der Flucht aus Deutschland. Nach der Flucht ihres Mannes nach Polen musste sie sich zum Schutz vor weiterer politischen Verfolgungen scheiden lassen, aber unterstützte ihren Mann weiter finanziell.

Stanislav Kubicka wurde 1943 als polnischer Widerstandskämpfer von den Nazis ermordet. Margarete Kubicka leiste aktiv Wiederstand und half während des Krieges polnischen Zwangsarbeiter mit Lebensmittel und Informationen, die in der Hufeisensiedlung arbeiteten und in einem Lager in der Onkel-Bräsig-Str. 3 untergebracht waren.

Nach Ende des der Kämpfe um Berlin wurde sie von der sowjetischen Militäradministration als erste Neuköllner Schulstadträtin eingesetzt. Wechselte aber schnell wieder an die Schule und arbeitete bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 1956 als Lehrerin. Sie starb am 18. Juli 1984 in Berlin.

Künstlerich vertrat Kubicka eine progressive und engagierte Richtung. Beim Kongress der Union Internationaler Fortschrittlicher Künstler 1922 in Düsseldorf protestierten sie gegen den dort vertretenen politisch seichten Kunstbetrieb und organisierte im selben Jahr die Internationale Arbeiterkunstausstellung Berlin. Sie war Mitglied der deutsch-polnischen Expressionisten-Gruppe „Bunt" und der Künstlervereinigung „Kommune" sowie Mitglied der „Gruppe progressiver Künstler".