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Einer von uns mit hohem politischen Engagement und viel Herzlichkeit - Georg Weise.

Die höchste Auszeichnung, die unser Bezirk zu vergeben hat, ist die Neuköllner Ehrennadel. Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um den Bezirk Neukölln verdient gemacht haben, werden so geehrt und gelten als Vorbilder bzw. Botschafterinnen und Botschafter unseres Bezirks.

Die Linksfraktion in der BVV Neukölln hatte Anfang des Jahres den Urneuköllner und langjährigen Gewerkschafter Georg Weise vorgeschlagen.

Weise wurde 1930 in Britz geboren und ist einer unserer unerschütterlichsten politischen Aktivisten nicht nur für den Süden Neuköllns. Er hat eine Vielzahl von gewerkschaftlichen und demokratischen Initiativen mitgestaltet, die Neukölln in den letzten 70 Jahren geprägt haben.

Von der Mieter*innenbewegung über solidarische Erwerbsloseninitiativen bis zum Kampf gegen Rechtsextremismus und Faschismus – in all diesen Gebieten hat sich Georg Weise engagiert. Mit seinen politischen Aktivitäten hat er Menschen dazu ermutigt, gemeinsam ihre Verhältnisse zu verbessern. Auch mit seinen nun 91 Jahren ist er weiterhin politisch und gewerkschaftlich aktiv.

Als Kind einer Familie, die Widerstand gegen die Verbrechen des Nationalsozialismus leistete, hält er die Erinnerung an faschistische Kriegstreiberei lebendig. Die Erfahrungen der Vergangenheit weiter vermittelnd engagiert er sich für Demokratie und Frieden. 1945 kam Georg Weise als 15-Jähriger aus der Evakuierung in den Harz nach Berlin zurück. Hier traf er seinen Vater wieder, der 1937 aufgrund politischer Widerstandsarbeit verhaftet worden war. Georg Weise schloss sich dem Antifaschistischen Jugendausschuss Neukölln an, z.B. bei der Aktion „Rettet die Kinder“ im Jahr 1945. Er machte eine Ausbildung zum Maurer, um sich am Wiederaufbau zu beteiligen, und wurde später zum Bauingenieur. 1946 trat er der Gewerkschaft bei.

Mit seiner Familie war Georg Weise einer der ersten, der in den 60ern in die neu gebaute Gropiusstadt einzog. Als einer der Gründer*innen der „Mietergruppe Gropiusstadt“ setzte er sich gemeinsam mit anderen für die Bedürfnisse der Bewohner*innen des neuen Stadtteils ein. So kämpfte er zum Beispiel für eine bessere gesundheitliche Versorgung für die Gropiusstadt oder für den Bau neuer Schulen, um eine gute Bildung für alle zu ermöglichen. Unterstützung leistete er auch in einer anderen Neuköllner Mietinitiative, der Instandbesetzer*innenbewegung.

Mit Sachspenden, politischem Rat und Tat brachte er sich in diese junge Bewegung ein, die unbewohnte Häuser kollektiv organisiert wieder nutzbar machte. Erfolgreich verbündeten sich die Instandbesetzer*innen mit ihren Nachbar*innen, die beispielsweise von Entmietung bedroht waren. Ihr Slogan „Wir wollen hier wohnen bleiben“ hallt noch im heutigen Motto der Mietbewegung, „Wir bleiben alle!“, nach.

Als langjähriger Gewerkschafter, Vertrauensmann und Betriebsrat hat sich Georg Weise für die Belange von arbeitenden Menschen eingesetzt. Die Industriegewerkschaft Bau Steine Erden Neukölln prägte das Berlin der 50er und 60er Jahren mit großen Demonstrationen für den Frieden, den sozialen Wohnungsbau oder für Lohnerhöhungen. Georg Weise war dabei: an Infoständen, bei Kundgebungen und Versammlungen. In harten Zeiten mit hoher Erwerbslosigkeit gründete er mit Kollegen die Neuköllner Erwerbsloseninitiative ErwiN, die mit gewerkschaftlichen Initiativen zusammenarbeitete, um gegen die Abschaffung des Erwerbslosentickets und für ein Sozialticket zu kämpfen. Das solidarische Miteinander stärkte viele Erwerbslose.

Zum 50-jährigen Jubiläum der Gropiusstadt 2012 initiierte Georg Weise im Rahmen der IG BAU eine Ausstellung unter dem Motto: „Jeder kennt den Architekten – aber wer kennt eigentlich die Bauarbeiter?“, die den Fokus auf diejenigen Menschen setzte, welche den Stadtteil mit ihren eigenen Händen erbaut haben. Auch an den vielfältigen Impulsen, die von der Agenda21 Umwelt- und Entwicklungskonferenz in Rio de Janeiro bis nach Neukölln ausstrahlten, wirkte Georg Weise mit.

Die Neuköllner Initiative entwickelte ein umfassendes Programm zur ökologischen Umstellung für Neukölln. In der Arbeitsgruppe zu Wirtschaft interessierte machte Georg Weise sich für die Umstellung von Neuköllner Betrieben auf ökologisches Wirtschaften stark. Georg Weise wirkte an verschiedenen Veröffentlichungen zur Geschichte in Neukölln mit, in Verbindung mit VHS und dem Neukölln Museum.

Als alteingesessener Neuköllner hat sich Georg Weise in der Geflüchteteninititative Britz daran beteiligt, neue Neuköllner*innen im Stadtteil willkommen zu heißen. Wichtig war ihm dabei die persönliche Begegnung mit den Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, um Schutz zu suchen. Als Bewohner der Britzer Siedlung ist er außerdem bei „Hufeisern gegen Rechts“ aktiv, um als Teil einer demokratischen Zivilgesellschaft rechten Hetz- und Gewaltkampagnen Einhalt zu gebieten.

Leider ist bei der Wahl der  Kandidat*innen dieses Mal unser Vorschlag unberücksichtigt geblieben. Wir möchten Georg Weise jedoch trotzdem für seinen lebenslangen und vorbildlichen Einsatz für menschenwürdiges Wohnen und Arbeiten, für ein solidarisches und offenes Miteinander und für soziale Gerechtigkeit

danken.

 


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Einer von uns mit hohem politischen Engagement und viel Herzlichkeit - Georg Weise.

Die höchste Auszeichnung, die unser Bezirk zu vergeben hat, ist die Neuköllner Ehrennadel. Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um den Bezirk Neukölln verdient gemacht haben, werden so geehrt und gelten als Vorbilder bzw. Botschafterinnen und Botschafter unseres Bezirks.

Die Linksfraktion in der BVV Neukölln hatte Anfang des Jahres den Urneuköllner und langjährigen Gewerkschafter Georg Weise vorgeschlagen.

Weise wurde 1930 in Britz geboren und ist einer unserer unerschütterlichsten politischen Aktivisten nicht nur für den Süden Neuköllns. Er hat eine Vielzahl von gewerkschaftlichen und demokratischen Initiativen mitgestaltet, die Neukölln in den letzten 70 Jahren geprägt haben.

Von der Mieter*innenbewegung über solidarische Erwerbsloseninitiativen bis zum Kampf gegen Rechtsextremismus und Faschismus – in all diesen Gebieten hat sich Georg Weise engagiert. Mit seinen politischen Aktivitäten hat er Menschen dazu ermutigt, gemeinsam ihre Verhältnisse zu verbessern. Auch mit seinen nun 91 Jahren ist er weiterhin politisch und gewerkschaftlich aktiv.

Als Kind einer Familie, die Widerstand gegen die Verbrechen des Nationalsozialismus leistete, hält er die Erinnerung an faschistische Kriegstreiberei lebendig. Die Erfahrungen der Vergangenheit weiter vermittelnd engagiert er sich für Demokratie und Frieden. 1945 kam Georg Weise als 15-Jähriger aus der Evakuierung in den Harz nach Berlin zurück. Hier traf er seinen Vater wieder, der 1937 aufgrund politischer Widerstandsarbeit verhaftet worden war. Georg Weise schloss sich dem Antifaschistischen Jugendausschuss Neukölln an, z.B. bei der Aktion „Rettet die Kinder“ im Jahr 1945. Er machte eine Ausbildung zum Maurer, um sich am Wiederaufbau zu beteiligen, und wurde später zum Bauingenieur. 1946 trat er der Gewerkschaft bei.

Mit seiner Familie war Georg Weise einer der ersten, der in den 60ern in die neu gebaute Gropiusstadt einzog. Als einer der Gründer*innen der „Mietergruppe Gropiusstadt“ setzte er sich gemeinsam mit anderen für die Bedürfnisse der Bewohner*innen des neuen Stadtteils ein. So kämpfte er zum Beispiel für eine bessere gesundheitliche Versorgung für die Gropiusstadt oder für den Bau neuer Schulen, um eine gute Bildung für alle zu ermöglichen. Unterstützung leistete er auch in einer anderen Neuköllner Mietinitiative, der Instandbesetzer*innenbewegung.

Mit Sachspenden, politischem Rat und Tat brachte er sich in diese junge Bewegung ein, die unbewohnte Häuser kollektiv organisiert wieder nutzbar machte. Erfolgreich verbündeten sich die Instandbesetzer*innen mit ihren Nachbar*innen, die beispielsweise von Entmietung bedroht waren. Ihr Slogan „Wir wollen hier wohnen bleiben“ hallt noch im heutigen Motto der Mietbewegung, „Wir bleiben alle!“, nach.

Als langjähriger Gewerkschafter, Vertrauensmann und Betriebsrat hat sich Georg Weise für die Belange von arbeitenden Menschen eingesetzt. Die Industriegewerkschaft Bau Steine Erden Neukölln prägte das Berlin der 50er und 60er Jahren mit großen Demonstrationen für den Frieden, den sozialen Wohnungsbau oder für Lohnerhöhungen. Georg Weise war dabei: an Infoständen, bei Kundgebungen und Versammlungen. In harten Zeiten mit hoher Erwerbslosigkeit gründete er mit Kollegen die Neuköllner Erwerbsloseninitiative ErwiN, die mit gewerkschaftlichen Initiativen zusammenarbeitete, um gegen die Abschaffung des Erwerbslosentickets und für ein Sozialticket zu kämpfen. Das solidarische Miteinander stärkte viele Erwerbslose.

Zum 50-jährigen Jubiläum der Gropiusstadt 2012 initiierte Georg Weise im Rahmen der IG BAU eine Ausstellung unter dem Motto: „Jeder kennt den Architekten – aber wer kennt eigentlich die Bauarbeiter?“, die den Fokus auf diejenigen Menschen setzte, welche den Stadtteil mit ihren eigenen Händen erbaut haben. Auch an den vielfältigen Impulsen, die von der Agenda21 Umwelt- und Entwicklungskonferenz in Rio de Janeiro bis nach Neukölln ausstrahlten, wirkte Georg Weise mit.

Die Neuköllner Initiative entwickelte ein umfassendes Programm zur ökologischen Umstellung für Neukölln. In der Arbeitsgruppe zu Wirtschaft interessierte machte Georg Weise sich für die Umstellung von Neuköllner Betrieben auf ökologisches Wirtschaften stark. Georg Weise wirkte an verschiedenen Veröffentlichungen zur Geschichte in Neukölln mit, in Verbindung mit VHS und dem Neukölln Museum.

Als alteingesessener Neuköllner hat sich Georg Weise in der Geflüchteteninititative Britz daran beteiligt, neue Neuköllner*innen im Stadtteil willkommen zu heißen. Wichtig war ihm dabei die persönliche Begegnung mit den Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, um Schutz zu suchen. Als Bewohner der Britzer Siedlung ist er außerdem bei „Hufeisern gegen Rechts“ aktiv, um als Teil einer demokratischen Zivilgesellschaft rechten Hetz- und Gewaltkampagnen Einhalt zu gebieten.

Leider ist bei der Wahl der  Kandidat*innen dieses Mal unser Vorschlag unberücksichtigt geblieben. Wir möchten Georg Weise jedoch trotzdem für seinen lebenslangen und vorbildlichen Einsatz für menschenwürdiges Wohnen und Arbeiten, für ein solidarisches und offenes Miteinander und für soziale Gerechtigkeit

danken.